Alkohol und Erektionsprobleme

Ich glaube viele Männer werden es so oder ähnlich schon mal erlebt haben: man geht abends weg, trinkt mit den Kumpels das eine oder andere Glas Alkohol und lernt eine attraktive Frau kennen. Vielleicht kommt man sich sogar näher und Sex bahnt sich an. Bis hierhin völlig normal. Aber wenn es dann darauf ankommt macht des Mannes bestes Stück unerwartet schlapp. Ursache für solche Potenzstörungen ist der Alkohol. Denn sollte man einen über den Durst getrunken haben ist es keine Seltenheit, dass die Manneskraft nachlässt oder die Erektion gar vollständig ausbleibt. Das Internet ist voll von solchen negativen Erfahrungen.

Warum Alkohol zu Erektionsproblemen führen kann

In kleinen Mengen wirkt Alkohol enthemmend und kann daher die Lust fördern. Je mehr Alkohol man zu sich nimmt desto mehr geht diese aphrodisierende Wirkung jedoch verloren. Der Konsum größerer Mengen Alkohol hat auf den ganzen Körper eine betäubende Wirkung. Neben Artikulationsproblemen treten auch Koordinationsstörungen auf. Um den Orgasmus zu erreichen ist eine stärkere und längere Stimulation erforderlich. Das gilt übrigens für Männer und Frauen gleichermassen. Speziell bei Männern kommt es oft zu Erektionsstörungen. Nach meinen persönlichen Erfahrungen mit Potenzmitteln kann Alkohol die Wirkung von Potenzmitteln wie Viagra oder L-Arginin zudem beeinträchtigen.

Alkohol als Ursache der erektilen Dysfunktion

Der übermäßige Konsum von Alkohol gehört zu den größten Risikofaktoren, die man für eine erektile Dysfunktion verantwortlich machen kann. Bei regelmässigem Alkoholmissbrauch sind die Auswirkungen auf die Potenz eines Mannes gravierend. Der Alkohol wirkt als starkes Nervengift und schädigt wichtige Nervenzellen im Gehirn. Die langfristigen Folgen: die Nervensignale werden nicht mehr vollständig weitergeleitet und das betrifft auch die Nerven, die für eine Erektion von Bedeutung sind.

Fatale Störungen des Hormonhaushalts sind ebenfalls eine Folge des Alkoholmissbrauchs. Der Testosteronspiegel wird beispielsweise abgesenkt. Das Sexualhormon Testosteron ist essentiell für sexuelle Aktivität. Ist es nicht mehr oder in nicht ausreichender Menge vorhanden, leidet darunter die natürliche Libido des Mannes. Daher ist eine erektile Dysfunktion als Folge keine Seltenheit.

Folgen und Hilfe bei Alkoholmissbrauch

Neben den körperlichen Auswirkungen hat längerer Alkoholmissbrauch auch seelische Konsequenzen. Nicht selten treten Depressionen auf weil der Alkoholmissbrauch mit einem sozialen Abstieg verbunden ist. Die Folgen: Depressionen, Antriebslosigkeit, mangelnde Libido. Und ein Mann, der unter Impotenz leidet, zieht sich zurück und flüchtet sich in den Alkohol.

Doch Hilfe ist möglich. Als Behandlungsmöglichkeiten für die Impotenz in Folge einer Alkoholabhängigkeit ist zunächst der Entzug des Alkohols notwendig. Bewältigt man diesen Entzug nicht aus eigener Kraft ist ärztliche Hilfe erforderlich. In dem Fall erfolgt die Entgiftung stationär und unter ärztlicher Aufsicht. Im Anschluss kann eine Langzeittherapie begonnen werden um die Alkoholsucht zu besiegen. Bei erfolgreicher Therapie verschwinden auch die Erektionsstörungen und “Mann” kann wieder seinen Mann stehen.

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3 Kommentare

J. MarxFebruar 5th, 2012 at 15:21

Sehr geehrter Herr Pof.Dr. Porst
mein Name ist jürgen Marx, bin 64J. und habe mit der Erektion meine Probleme. In Ihrem Beitrag ist zu lesen, dass der Alkohol eine große Rolle spielt. Mein A.-Konsum beläuft sich auf 2-3Fl Bier am Abend. Könnte es u.U. schon der Grund für dieses Problem sein? Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

J.Marx

thorstenFebruar 12th, 2012 at 14:15

mhh, ja würde mich auch interessieren

ekkiFebruar 13th, 2012 at 19:11

Guten Tag.

Grundsätzlich kann man sagen, dass langfristiger und regelmäßiger Konsum von Alkohol die Nervenfasern schädigen kann. Inwieweit sich dies in Erektionsstörungen äussert hängt jedoch vom Einzelfall ab. Ich glaube nicht, dass 2-3 Flaschen Bier am Tag die alleinige Ursache für Potenzprobleme sind, aber sie tragen sicherlich zu dem Problem bei. Nicht nur, dass die Nerven geschädigt werden, auch kann regelmässiger Alkoholkonsum zu einem Nährstoffmangel führen, wie z.B. bei Potenzstörungen durch einen Mangel an L-Arginin.

Grüße
Ekkehard

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